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Musik und Tanz in Perfektion

Wer noch nie auf einem Konzert der Graf-Engelbert-Schule gewesen war, konnte am Donnerstag seinen Augen und Ohren kaum trauen. Knapp 80 Schülerinnen und Schüler standen verteilt über den Abend mal Solo, mal in kleinen und zwischenzeitlich sogar großen Ensembles auf der Bühne.

Von Barock- bis zu aktueller Popmusik war alles vertreten und bot dem zahlreich erschienenen Publikum eine Menge Hör- und Sehgenuss. Den Auftakt machte die Klasse 5a unter der Leitung von Herrn Denno, die den Song „Shape of you“ (Ed Sheeran) mit Boomwhackern, Bass, Cajón, Klavier und natürlich einer ordentlich Portion Singstimme coverte:

Die erste Tanz-AG des Abends von Frau Franzke zeigte zu „Bad Ideas“ von „Alle Farben“ eine großartige Performance, die Tayfun (Ef) von der Technik-AG mit einer ausgeklügelten Lichtshow untermalte. Auch der vom Förderkreis neu angeschaffte Verfolger konnte nun für weitere Beleuchtung eingesetzt werden. Das Publikum war hellauf begeistert und spendete tosenden Beifall. Sumin (7b) präsentierte danach ruhigere Töne am Klavier: „New Moon“ von Alexandre Desplat zählt zu den bekannten Melodien aus der „Twilight“-Filmreihe.

Auf Sumin folgte die GES BigBand unter der Leitung von Herrn Hanl. Dies war für Ilyes und Henry bereits der zweite Auftritt an diesem Abend, standen sie doch bereits mit ihrer Klasse 5a auf der Bühne. Passend zum Soundtrack von „Twilight“ stimmte die BigBand Klänge aus einem weiteren fantasiereichen Film an: „Jurassic Park“, ein Klassiker der Filmgeschichte aus dem Jahr 1993. Über die vertrackten Rhythmen des „Westside Story“-Musicals entführte uns die BigBand im dritten Stück in die eiskalten Fluten des Atlantiks: „Titanic“ – auch ohne Gesang eine der bekanntesten Melodien der Filmmusikgeschichte. Als großes Finale hatte die Band noch einen oftgesungenen Hit der Gruppe „Die Prinzen“ im Gepäck: die Musik von „Alles nur geklaut“ steckt den Schülerinnen und Schülern der GES nur allzu gut im Kopf.

Im Winter war Milan (5a) noch solo als Justin Bieber unterwegs, nun hatte er mit seiner Klassenkameradin Ceyda eine Duettpartnerin gefunden, um Charlie Puths „One call away“ ganz wie die großen Stars souverän auf die Bühne zu bringen. Mit ruhigen Tönen und anschließendem Riesenbeifall gingen die beiden grinsend vom Parkett und machten Platz für ein Instrumentalstück. Der Argentinier Astor Piazolla ist den meisten über das Stück „Libertango“ ein Begriff, Mika (6b) und Luca (NGB, 6c) nahmen das Publikum nun zurück in den Süden („Vuelvo al sur“). Mit einer unglaublichen Präzision und einem in diesem Alter selten gesehenen interpretatorischem Verständnis für die Musik fesselten die beiden mit Geige (Mika) und Akkordeon (Luca) die Zuhörer bis zum letzten Ton.
Bereits zum zweiten Mal auf der Bühne – zuletzt beim Sommerkonzert 2016 – stand nun Ghazal Alijani. Sie lebt erst seit ca. anderthalb Jahren in Deutschland und hat sich entschieden, den Hit „Hey“ von Andreas Bourani zu singen – Respekt!

Danach wurde es wieder voll auf der Bühne: Der Unterstufenchor von Herrn Denno hatte sich für einen Klassiker aus dem Jahr 1965 entschieden, „California dreamin'“. Commy (5b) als Frontsängerin hatte zwar ein bisschen Lampenfieber, das sie aber mit der Unterstützung des Chors schnell wieder in den Griff bekam. Ihre starke Stimme begeisterte die Anwesenden und spätestens beim Geigensolo durch Mika stockte dem Publikum der Atem.

Zum Abschluss der ersten Hälfte machten die Kinder des Unterstufenchor Platz für einen besonderen Act: Lisa Beckmann (Ef) mit einer Coverversion von Adeles „Skyfall“. Eigentlich plante Herr Denno lediglich, Lisa mit Justus (Q1) am Klavier diese Nummer singen zu lassen, aber die Größe dieses Songs forderte mehr. Und es wurde mehr: nach einiger Planungszeit und zuweilen auch Überredungskunst, tagelangem Notenarrangieren und Probetagen standen am Ende 18 Schülerinnen und Schüler mit Gesang, Backing vocals, Schlagzeug, zwei E-Gitarren, E-Bass, Cello, Bratschen, Geige, Querflöten und Trompete auf der Bühne und brannten ein musikalisches Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht. Adele hätt’s gefallen.

Frisch gestärkt durch die Verköstigung durch die SV konnten die Zuhörer(innen) Florian (9b) am Klavier mit einem selbstarrangierten Medley aus bekannten Filmmusikmelodien bewundern, die alle eins gemeinsam hatten: die Originale stammen aus der Feder des deutschen Komponisten Klaus Badelt und wurden für eine Piratenfilmreihe komponiert. Die zweite Tanzgruppe von Frau Franzke tanzte im Anschluss eine eigene Choreographie zu Zara Larssons „Ain’t my fault“. Durch die gelungene Kombination von Musik, Tanz und Lichteffekten entstand eine raffinierte Show, die das Publikum begeisterte.

Nun war es noch einmal Zeit für den Unterstufenchor. Nach dem „Oldie“ aus der ersten Hälfte ging es jetzt in die heutige Zeit mit Katy Perrys „Roar“. Passend zum Song – voller Power – unterstützten einzelne Kinder aus dem Chor den Gesang mit Instrumenten. Levi (5b) an der E-Gitarre, Commy, die wir schon als Frontsängerin vom letzten Stück kannten, übernahm den E-Bass, Santosh (5b) die Trommel und Nyima (6c) das Schlagzeug. Hauptbegleitinstrument war aber das Klavier, das Juliane (5b) spielte.

Dass aber auch die „Großen“ es drauf haben, zeigte im Anschluss Lisa Küster (Ef). Beim Winterkonzert gab sie ihr Debüt, nun war ihr zweiter selbstgeschriebener Song, „Alive“, an der Reihe. Mit viel Gefühl und tiefsinnigen Texten begleitete sie ihren Gesang an der Westerngitarre und das Publikum war sich sicher: das war nicht das letzte Mal, dass es etwas von Lisas Songs gehört hatte!

Die Klasse 5b ist eine sehr musikalische Klasse: neben den vielen Kindern im Unterstufenchor (zwölf!), von denen auch noch viele ein Instrument spielen, hörten wir nach Commy bei „California Dreamin'“ nun die zweite „Frontfrau“, nun aber solo! Marie griff sich ein Mikrofon und sang, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, Jessie Js „Price Tag“, begleitet von Bastian (Q1, Schlagzeug), Oliver (Q1, E-Bass), Paria (Q1, Keyboard) und Herrn Denno (E-Gitarre). Das Publikum war außer sich!

Nun sprang das Konzert um über 300 Jahre in die Vergangenheit: Lukas (Q1), der ältere Bruder von Florian, zeigte sein Können am Cello. Johann Sebastian Bach stand auf dem Programm, seine bekannte Cello Suite N°2 in D-Moll (Bachwerkeverzeichnis (BWV) Nr. 1008) Mit viel Feingefühl und ohne technische Verstärkung erfüllte er die Aula mit alten, aber immer noch aktuellen Klängen aus der Barockzeit, einfach traumhaft.

Einen Klassiker der GES-Konzerte gab es sodann: Juan Marco Polifka Avila spielt zwar keine klassische Musik, aber seine Klavierkompositionen erinnern durch die gebrochenen Akkorde im harmonischen Gefüge um ein klar definiertes tonales Zentrum an Filmmusikkompositionen, die Schülerinnen und Schüler unserer Zeit als „Klassik“ einstufen würden, auch wenn sie fast 300 Jahre später entstanden. Juans Komposition „Journey“ überraschte mit abrupten Tempowechseln und endete im bekannten frenetischen Beifall, vor allem erzeugt durch ihm bekannte Schülerinnen und Schüler. Für das zweitletzte Stück des Abends hatte sich die Moderatorin Paria mit ihrer Gesangspartnerin Julia (Ef) ans Klavier gesetzt und das Stück „All of me“ von John Legend einstudiert. Hierbei bekamen sie ungewöhnlich hohe männliche Unterstützung von Florian (Q1), die vor allem in den Refrains dem ein oder anderen eine Gänsehaut über den Körper jagten.

Das beste kommt immer zum Schluss? Misst man den jeweiligen Lautstärkepegel des Applauses, so stimmt diese Theorie für den „Rausschmeißer“ des Abends: die bereits bekannte Lehrergesangsformation „Teach that“ erinnerte mit Unterstützung von Milan (5a) an alte Zeiten, die wir nie vergessen wollen – „Never forget“ von Take That war 1995 ein Riesenerfolg, an den die fünf Lehrer, Herr Schleutker, Herr Dr. Brenienek, Herr Dannhausen, Herr Dr. Büsing und Herr Grabowski mit Herrn Denno als pianistische Unterstützung, trotz Auflösung der Originalgruppe nahtlos anknüpfen konnten. Die Aula tobte und forderte lauthals eine Zugabe, die sie dann mit „Back for good“ (Take That) auch erhielten.

Und dann war es auch schon wieder vorbei, das Sommerkonzert 2017. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten auf und hinter der Bühne und freuen uns auf die nächste Aufführung!